Geschichte

Die Gründung

Unsere Corporation wurde am 3. November 1898 auf Betreiben des Berliner Altherrenstammtisches des Katholischen Deutschen Verbandes farbentragender Studentenkorporationen (KDV) gegründet.
Die Gründer stammten von den KDV-Verbindungen Sauerlandia Münster, Novesia Bonn und Cheruscia Würzburg. Am 22. Februar fand das Publikationsfest statt. Die Verbindungsveranstaltungen der ersten Jahre fanden in einem Katholischen Vereinshaus in der Niederwallstr. 11 statt. Bavaria war bei ihrer Gründung die zweite katholische farbentragende Universitätsverbindung in Berlin.

Die Gründer der KDStv Bavaria Berlin

In den ersten Jahren des beginnenden Jahrhunderts wuchs Bavaria stetig, so dass wir 1908 zum 10. Stiftungsfest zum zweiten mal den Vorort des KDV stellen konnten.

1910 wurde auf der 46. Cartellversammlung des CV in Augsburg dem KDV das Angebot zu einem Zusammenschluss gemacht. Am 15.3.1911 wurde das Angebot angenommen. Die Aufnahme unserer Bavaria in den CV erfolgte noch im selben Jahr.

Der Erste Weltkrieg erwies sich auch für unsere Bavaria als Desaster. Zwölf Bundesbrüder kehrten nicht zurück. Aber das Verbindungsleben wurde weitergeführt, so dass sogar Füchse in den Kriegsjahren rezipiert werden konnten.

Konradshöhe

Nachdem die Sehnsucht nach einem eigenen Verbindungshaus groß war, erwarb ein Alter Herr unserer Bavaria 1928 endlich in Konradshöhe an der Havel ein großes Ufergrundstück (Rohrweinstraße), das er zur Hälfte selbst bewohnte und zur anderen Hälfte der Verbindung überlies. Hier errichteten die Bundesbrüder eigenhändig ihr Verbindungshaus.


Im Sommersemester 1930 wurde das Haus eingeweiht. Seine Lage am Wasser sorgte für ein Verbindungsleben besonderer Art. Da das Verbindungshaus als Bootshaus konzipiert wurde, entwickelten dort unsere damaligen Bundesbrüder rege sportliche Aktivitäten. In den folgenden Jahren war Sport, besonders Rudern, ein fester Bestandteil des Verbindungslebens.


Sportbavaria


In Folge der Machtergreifung des NS-Regimes und den daraus folgenden Repressionen gegenüber den katholischen Verbindungen, musste sich der Cartellverband (CV) 1935 auflösen.
Wie alle anderen Verbindungen, stellte auch unsere Bavaria das gewohnte Verbindungsleben ein. Um die Gemeinschaft im kreise der Bundesbrüder weiterhin pflegen zu können und eine drohende Enteignung des neuen Verbindungshauses abzuwenden, wurde der Bavarenhaus e.V. zum akademischen Rudersportverein Sportbavaria.
Das Verbindungshaus wurde als Vereinshaus der Sportbavaria weitergeführt.


Die Wiederbegründung

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges fand noch während der Besatzungszeit 1948 in Lippstadt (Westfalen) der erste Generalconvent nach 15 Jahren statt. Anwesend waren 33 Bavaren aus den Westzonen und zwei Abgesandte aus Berlin. Bavaria wurde wegen der unsicheren Lage Berlins in Köln wiederbegründet. Doch schon 1951 beschloss man, wegen der Gründung der Freien Universität 1948, die Verbindung nach Berlin zurückzuverlegen. Wegen der zahlreichen Rezeptionen während der Kölner Zeit, wurde die Rheno-Bavaria als Tochterverbindung gegründet. Rheno-Bavaria fusionierte 1975 mit der KDStV Asgard. Wie auch nach dem ersten Weltkrieg erlebte unsere Bavaria während der ersten beiden Nachkriegsjahrzehnte einen starken Zulauf. Das Verbindungsleben blühte wieder auf.

Lichterfelde

Zu Beginn der 70er Jahre erlebte unsere Verbindung einen massiven Einbruch der Rezeptionen. Der Grund war zum einen die gesellschaftspolitische Entwicklung infolge der 68er Zeit und zum anderen die abgelegene Lage unseres Verbindungshauses.
War eine Mitgliedschaft in einer Korporation ohnehin schon verpönt, galt ein Haus, weitab von jeder Hochschule und ohne Wohnmöglichkeiten (Buden) als unattraktiv. Nachdem Ende der 70er Jahre der Verbindungsbetrieb quasi eingestellt wurde, entschloss man sich 1979 nach quälenden Diskussionen zum Verkauf des Hauses in Konradshöhe und zum Ankauf eines neuen Verbindungshauses. 1980 wurde ein geeignetes Haus in Lichterfelde gefunden, das seitdem unser Verbindungshaus ist. Die neue Lage in der Nähe der Freien Universität und der Möglichkeit, mit elf Zimmern unseren aktiven Bundesbrüdern das Wohnen auf dem Haus zu ermöglichen, hat in den 80er Jahren zueinem Aufschwung unserer Verbindung geführt. 1998 konnten wir ein prächtiges 100. Stiftungsfest im damals neu errichteten Hotel Adlon und unserem Verbindungshaus in Lichterfelde feiern.

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